Sommerackerbohnen sind für die Ertragsbildung auf eine gute Wasserversorgung auf mittelschweren bis schweren Böden mit guter Bodenstruktur angewiesen. Besonders wichtig ist die regelmäßige und ausreichende Wasserversorgung zur Keimung und vom Blühbeginn bis zum Ende der Kornausbildung. Hitze und Trockenheit kann zum Abfallen der Blüten oder zu reduzierter Kornausbildung führen
Der Anbau vom Sommerackerbohnen ist bis 600 m.ü.N. möglich. Sie haben gegenüber Winterackerbohnen ein höheres Risiko bei der Schädigung durch Sommertrockenheit, blühen jedoch zeitiger als Sommererbsen. Sie stellen geringe Ansprüche an das Klima und vertragen Spätfröste bis -4°C. Der Wetterverlauf am jeweiligen Standort hat also einen erheblichen Einfluß auf die Erträge, weshalb eine Sortenauswahl sinnvollerweise mehrjährige Relativerträge und weitere Merkmale am jeweiligen Standort zur Basis haben sollte.
Bereits zum zweiten Mal in Folge sind die Erträge der Sommerackerbohnen in den meisten Anbaugebieten eher unbefriedigend. Grund dafür sind wieder mal die langanhaltende Trockenheit mit überdurchschnitllichen Temperaturen, die den Ackerbohnen zugesetzt haben.
Winterackerbohnen sind die ideale Auflockerung der Fruchtfolge. Durch die Aussaat im Herbst erreicht die Ackerbohne einen Wachstumsvorsprung und überwintert etwa bei einer Wuchshöhe von 5-8 cm und etwa 4-6 Blättern, zudem wird eine kräftige Wurzel ausgeprägt. Die Winterfeuchte wird optimal ausgenutzt und stellt somit die Wasser- und Nährstoffaufnahme bei potentieller Frühjahrstrockenheit sicher, schnelles und buschiges Wachstum führt zu einem sehr guten Unkrautunterdrückungsvermögen.
Bereits im Mai erreichen Winterackerbohnen die Blüte, wodurch die Hülsenbildung 3-4 Wochen früher einsetzt als bei Sommerackerbohnen. Der kritischen Faktoren sind die Dauer des Winters, Kahl- und Spätfröste. Die Vorfruchtwirkung ist sehr gut, Ackerbohnen hinterlassen einen garen Boden und es werden ca. 40-80 kg N/ha nachgeliefert. Bei sehr guten Witterungsbedingungen kann es allerdings zu Problemen mit der Standfestigkeit kommen, insbesondere wenn eine zu hohe Aussaatstärke gewählt wurde.
Die bisherigen Sorten passen eher in ein Szenario mit milden Wintern und ausgeprägter Frühsommertrockenheit. Auf schweren Böden, die im Frühjahr schwer bearbeitbar sind, können Winterackerbohnen eine sinnvolle Alternative sein.
Fruchtfolge
Geeignete Vorfrüchte für Winterackerbohnen sind: Mais, Getreide, Ackergras oder Hackfrüchte. Andere Futter- oder Körnerleguminosen im Haupt- oder Zwischenfruchtbau, Sonnenblumen oder Raps sind ungeeignet. Als Nachfrüchte können Wintergetreide, Kartoffeln oder Mais angebaut werden. Ackerbohnen hinterlassen einen garen Boden für die Nachfrucht und es werden etwa 40-80 kg N pro ha nachgeliefert.
Anbaupausen von 5 Jahren sollten eingehalten werden, ansonsten besteht die Gefahr der Übertragung von Fußkrankheiten (wie z.B. Fusarium oder Rhizoctonia).
Sortenwahl
Hiverna ist die bisher winterhärteste Winterackerbohne, allerdings sehr langwüchsig und damit lageranfällig. Augusta wurde im Jahr 2018 und GL Arabella in 2017 in Deutschland als Ackerbohne zur Herbstaussaat neu
zugelassen. Beide sind kürzer und deutlicher standfester als die alte Sorte Hiverna. Da es sich um Neuzüchtungen handelt ist davon auszugehen, dass die Überwinterungsleistung sich gegenüber dem alten Standard verbessert hat, jedoch liegen aus der Praxis noch zu wenige Erfahrungen vor
Gemengeanbau
Die Ackerbohne kann gut im Gemenge mit Wintergetreide angebaut werden, vorzugsweise wird hier Winterweizen als Gemengepartner eingesetzt, Triticale ist ebenfalls möglich. Beim Gemengeanbau wird eine getrennte Saat der beiden Kulturen empfohlen, um die Ablagetiefen beider Kulturen einhalten zu können.
Beim Gemengeanbau wird die Ackerbohne noch um 150-200 keimfähige Körner Winterweizen/m² ergänzt, das entspricht je nach TKG 65-100 kg Weizen/ha.
Ernte
Die Ernte von Winterackerbohnen findet wie bei Sommerackerbohnen in der Regel zwischen Mitte bis Ende August statt. Hierbei sollte mehr als die Hälfte der Hülsen schwarz sein, der Rest braun. Höchstens 10 % der Hülsen sollte noch grün sein.
Folgende Kornfeuchten sollten angestrebt werden:
Futterverwendung: 15-17 %
Saatgut: 17-21 %
Wenn die Feuchtigkeit der Körner über 24 % liegt, ist der Anteil an gequetschten Bohnen hoch, unter 14 % steigt der Bruchkornanteil stark an. Bei sehr trockenem Bestand sollte in den frühen Morgen oder späten Abendstunden gedroschen werden, wenn die Bohnen etwas Luftfeuchte gezogen haben.
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